Gentechnologie
im Sport
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Wichtige biomedizinische, rechtliche, ethische und gesellschaftliche Begriffe zur Thematik

Laut Strafgesetzbuch wird die Verschaffung eines rechtswidrigen Vermögensvorteils als Betrugstatbestand gewertet und unter Strafe gestellt (vgl. § 263 StGB). Beim Sportbetrug im Profisport spielen zwar auch vermögensrelevante Aspekte eine Rolle, wenn etwa eine Siegprämie durch den Einsatz unlauterer Mittel (z.B. Doping, Bestechungsgeld) realisiert wird. Unabhängig von geldwert relevanten Täuschungen und Mitteln sind für den Sport jedoch auch andere Betrugsfälle bedeutsam, die eng an das jeweilige Regelwerk einer Sportart geknüpft sind. Kommt es hier zu massiven Regelverletzungen, durch die das Spannungsverhältnis zwischen den wettkampfsportlichen Prinzipen der Chancengleichheit und Überbietung verletzt wird, so wird der Tatbestand des (Sport-)Betrugs erfüllt.
ist die Nutzung biologischer Prozesse zur Entwicklung technischer Verfahren oder zur Herstellung von Lebensmitteln (z.B. Bierproduktion durch Hefen).
Chancengleichheit bezeichnet eine Situation, in der alle Beteiligten formal die gleichen Voraussetzungen haben, den Wettkampf zu bestreiten und zu gewinnen. Im Sport wird die Chancengleichheit durch Regeln sichergestellt, die es ermöglichen, die Leistungen der Teilnehmer in der konkreten Situation zu vergleichen. Zur Chancengleichheit gehört auch das Dopingverbot. Würde ein Sportler durch gentechnologisches Enhancement seine Leistung steigern, hätte er bessere Chancen zu gewinnen und die Chancengleichheit wäre nicht mehr gegeben.
Devianz bezeichnet allgemein die Abweichung individuellen Verhaltens von gesellschaftlich etablierten Erwartungsstrukturen, d.h. die sichtbare Missachtung sozialer Normen, Werte und Regeln. Beim Doping handelt es sich um eine sportspezifische Form sozial abweichenden Verhaltens. Doping (und somit auch potenzielles Gendoping) missachtet das konstitutive Fairness- und Chancengleichheitsgebot sportlicher Wettkämpfe durch Anwendung per WADA-Code verbotener Verfahren und Substanzen mit dem Ziel der Leistungssteigerung.
Enhancement bezeichnet im Allgemeinen Formen der Steigerung gesunden Lebens, wie z.B. die Verbesserung kognitiver Fähigkeiten (Neuroenhancement) oder schönheitschirurgische Eingriffe. Im Spitzensport mit der ihm innewohnenden Steigerungslogik (höher, schneller, weiter) ist Enhancement in diesem Sinne weit verbreitet. Unterschieden werden in der öffentlichen Wahrnehmung wie innerhalb des Sportsystems legitime (z.B. Ernährung, Trainingssteuerung, mentales Coaching) und illegitime (Doping) Enhancement-Techniken. Die Übergänge sind oftmals fließend. Die Grenzziehung bleibt entsprechend kontingent und bedarf einer steten Überprüfung. Gendoping stellt lässt sich somit als für verboten erachtete Subkategorie des gentechnologischen Enhancements beschreiben.
Als Eigendoping bezeichnet man diejenige Handlung, mit der sich ein Sportler den verbotenen Wirkstoff selbst verabreicht oder die verbotene Methode selbst an sich durchführt. Er selbst schluckt die leistungssteigernden Tabletten oder spritzt sich die entsprechenden Präparate. Kurz: Der Sportler dopt sich selbst.
Erythropietin (EPO) ist ein Hormon, das in der Niere und zu einem geringeren Anteil in der Leber produziert wird. Es besteht aus einem Protein und mehreren Kohlenhydratketten (Glykoprotein). Bei einsetzendem O2-Mangel (Hypoxie) wird vermehrt EPO gebildet und durch das Blut im Körper verteilt. Durch Beeinflussung von Vorläuferzellen im Knochenmark fördert EPO die Bildung roter Blutkörperchen (Erythrozyten) und steigert dadurch die O2-Transportfähigkeit des Blutes, was EPO v.a. für Ausdauersportler zu einem potentiellen Gendoping-Kandidatengen machen.
Das Ethos des Sports oder auch der „Sportsgeist“ beschreibt dem WADA-Code zufolge eine Vielzahl von Normen und Werten wie Ehrlichkeit, Fairness, Gerechtigkeit, Chancengleichheit oder die Anerkennung von Regeln. In der ethischen Debatte über Formen des gentechnologischen Enhancements im Spitzensport führen Kritiker nun die Auflösung eben dieser Werte und Normen ins Feld.
Als Fremddoping bezeichnet man diejenige Handlung, mit der ein Dritter dem Sportler den verbotenen Wirkstoff verabreicht oder die verbotene Methode am Sportler durchführt. Ein Dritter (Arzt, Trainer, …) führt dem Sportler die leistungssteigernden Präparate zu. Kurz: Der die Dopinghandlung Ausführende dopt einen anderen.
Ein Gen ist ein funktioneller Abschnitt der DNA, der eine vererbbare Struktur oder Funktion codiert, d.h. die Produktionsanweisung für ein bestimmtes Protein oder Enzym enthält.
Genexpression umfasst alle Prozesse, die zur Bildung eines DNA-kodiereten Genproduktes führen. Im Falle proteinkodierender Gene sind dies die Bildung der RNA als Kopie der DNA (Transkription), anschließende Modifikationen der RNA (post-transkriptionale Regulation) sowie die Bildung des Proteins an den Ribosomen (Translation). Bei nicht-proteinkodierenden Genen entfällt die Translation, da die RNA bereits das fertige Genprodukt darstellt. In verschiedenen Zelltypen (Muskel-, Haut-, Leber-, etc.) finden sich unterschiedliche Expressionsmuster (Anzahl und Stärke exprimierter Gene) damit die Zellen ihre unterschiedlichen Funktionen erfüllen können (differentielle Genexpression). Für die Gentherapie ist es notwendig, dass die Genexpression des Transgens normal verläuft, sodass das entsprechenden (Trans-) Genprodukt die gewünschte Funktion erfüllt.
Schaden, ursprünglich ein Begriff der Rechtswissenschaften und Ökonomie, bezeichnet jede Einbuße, die jemand in Folge eines bestimmten Ereignisses an seinen Lebensgütern erleidet. Gentechnologisches Enhancement kann dabei einerseits die Gesundheit des Sportlers selbst schädigen, einen Image-Schaden des Sports/der jeweiligen Sportart provozieren und/oder durch abnehmendes Publikumsinteresse zu finanziellen Einbußen der beteiligten Akteure führen.
Die Gesamtheit aller Gene eines Organismus wird als Genom bezeichnet. Das menschliches Genom gilt seit 2003 offiziell als vollständig entschlüsselt. Die Funktion sämtlicher Gene ist allerdings noch nicht bekannt. Mit dem Wissen zur Entschlüsselung der Gene sowie der fortschreitenden Identifizierung der Funktionen ergeben sich immer neue Möglichkeiten und Ansatzpunkte zur Genmodifikation.
ist ein Teilgebiet der Biotechnologie und nutzt Methoden, mittels derer Erbgut (DNA/RNA) isoliert, analysiert, vervielfältigt und neu zusammengesetzt (rekombiniert) werden kann. Gentechnologische Verfahren finden beispielsweise in der pharmazeutischen Industrie zur Herstellung von Medikamenten (z.B. Insulin) Anwendung . Gentechnologische Forschung bildet die Grundlage für Verfahren die potentiell für Gendopingzwecke missbraucht werden könnten.
Das Konzept der Gentherapie entstand vor etwa 40 Jahren. Es verfolgt die Strategie genetisches Material in den Körper eines Erkrankten einzubringen um die Krankheit zu heilen oder den Krankheitsverlauf zu mildern. Bis zum heutigen Tag haben sich eine Reihe verschiedener Strategien entwickelt. Die konzeptionell am einfachsten und am häufigsten verwendete Strategie ist die sogenannte Genaddition zur Heilung monogenetischer Krankheiten. Dabei wird dem Körper zusätzlich ein sogenanntes Transgen zugeführt welches die Funktion des defekten Gens übernimmt. Die transgene DNA wird dabei mithilfe von Vektoren in den Körper eingebracht. Als Zielzellen kommen derzeit nur ausdifferenzierte (somatische) Zellen in Betracht (somatische Gentherapie). Die genetische Manipulation von Keimbahnzellen, die an nachfolgende Generationen weitergegeben würde ist ethisch nicht vertretbar und in den meisten Ländern verboten. Beim Gendoping werden Erkenntnisse der Gentherapie zum Zwecke der Leistungssteigerung missbraucht.
Gentransfer bezeichnet allgemein den Austausch von genetischem Material zwischen verschiedenen Organismen. Bei der Fortpflanzung kommt es zur Weitergabe genetischen Materials von einer Generation auf die nächste innerhalb einer Art (vertikaler Gentransfer). Übertragungen genetischen Materials auf Organismen anderer Art sind ebenfalls möglich (horizontaler/lateraler Gentransfer). In der Gentechnik versteht man unter Gentransfer das Einbringen von genetischem Material in die Zielzelle, wozu verschiedene Techniken zur Verfügung stehen.
Die Auseinandersetzung mit der klassischen Kategorie der Gerechtigkeit gehört zu einem der Hauptthemen der Ethik, Sozial- und der Rechtswissenschaften. Aufgrund der Vielschichtigkeit des Begriffs lassen sich verschiedene Arten von Gerechtigkeit unterscheiden, so z.B. die politische, soziale, verteilende und ausgleichende Gerechtigkeit. In der Moderne akzeptieren alle diese Konzeptionen der Gerechtigkeit, unabhängig von ihrer Begründung, eine gemeinsame Grundnorm: Alle Menschen sind prinzipiell gleichwertig, d. h. mit gleicher Würde versehen und zu achten. Je nachdem, wie die verschiedenen Konzeptionen der Gerechtigkeit die Grundnorm gleicher Würde näher verstehen, ergeben sich unterschiedliche Auffassungen über das jeweils Angemessene beziehungsweise Gerechte. Zum Beispiel ist nach dem sozialliberalen Konzept eine Ordnung gerecht, wenn alle unverschuldeten Nachteile von Personen so weit wie möglich und normativ vertretbar ausglichen werden. Dabei mutet sie den Personen weitgehend zu, die Folgen ihrer Entscheidungen und absichtlichen Handlungen selbst zu tragen. Im Lebensbereich Sport gelten dieselben Gerechtigkeitskriterien, die auch sonst moralische Gültigkeit beanspruchen (vgl. Moral). Speziell beschreibt Gerechtigkeit als Chancengerechtigkeit im sportlichen Wettkampf die Überwindung von Diskriminierungen und den Ausgleich von Benachteiligungen. Zudem ist damit die Schaffung von für alle gleich geltenden Regeln verbunden mit der Chance, im Wettbewerb eine den Fähigkeiten und Anstrengungen entsprechende Position zu erlangen. Gentechnologisches Enhancement greift hier durch deviantes Verhalten (vgl. Devianz) des Sportlers in die (Chancen-)gerechtigkeit ein. So können sportliche Talente (vgl. Talent) trotz qualifizierten Trainings nicht gegen gedopte Konkurrenten bestehen und ihnen wird eine angemessene Positionierung verwehrt. Anders erscheint der Begriff Gerechtigkeit jedoch, wenn gentechnologisches Enhancement als Ausgleich genetisch bedingter Benachteiligungen angesehen wird, was die Ambivalenz der Thematik noch unterstreicht.
Massenmedien ermöglichen eine Beobachtung der Gesellschaft in der Gesellschaft. So verschaffen beispielsweise moderne Verbreitungsmedien wie Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet u.a. wissenschaftlichen Themen Sichtbarkeit im öffentlichen Raum, machen diese für ein Massenpublikum zugänglich und erzeugen ein themenbezogenes Hintergrundwissen. Zu den Möglichkeiten und Grenzen gentechnologischer Enhancementpraktiken im Spitzensport finden sich aktuell faktenbezogene Berichterstattungen ebenso wie enthobene Dramatisierungen.
Menschenbilder geben Antworten auf die Frage nach dem Menschen, dabei sind sie aufgespannt zwischen Sein (was ist der Mensch?) und Sollen (was soll der Mensch sein?). In Menschenbildern drückt sich das Zusammenspiel von zugrundeliegenden Weltanschauungen aus, von verschiedensten Normen und Werten, die ihrerseits orientierend und handlungsleitend wirken. Die jeweilig vertretenen Menschenbilder beeinflussen auch die Beurteilung der Enhancement-Techniken: ob der Mensch z.B. eher als Maschine oder als Gottebenbild begriffen wird, kann in der Frage nach der Notwendigkeit von Veränderungen am Menschen zu unterschiedlichen Antworten führen. Innerhalb des Sports kommen die Menschenbilder insbesondere im Blick auf die Möglichkeiten, aber auch Begrenzungen der physischen Leistungsfähigkeit zum Tragen. Mit dem Einsatz von Gentechnologie im Sport richtet sich das anthropologische Augenmerk dabei nochmals mehr auf das Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit dieser Leistungen. Je nach Menschenbild werden entweder die sich in der gentechnologischen Leistungssteigerung ausdrückenden kreativen Potenziale oder die Gefährdungen des Menschseins unterstrichen. Der moderne Spitzensport eröffnet somit ein Forschungsfeld, in dem sich das Auftauchen, die Konkurrenz und der Einfluss traditionsreicher Menschenbilder untersuchen lassen.
Um genetisches Material in den Körper bzw. in Körperzellen einzubringen gibt es verschiedene Methoden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen viralem und nicht viralem Gentransfer. Viren sind sehr effizient darin genetisches Material in Zellen, genauer in den Zellkern, einzubringen. Schwierigkeiten die sich aus der Verwendung viraler Vektoren ergeben beinhalten Immunreaktionen gegen die viralen Hüllproteine. Dies kann zum einen dazu führen, dass die Vektoren „bekämpft“ werden bevor das Transgen die Zielzelle erreicht hat. Weiter können transduzierte Zellen, im Rahmen adaptiver Immunreaktionen zerstört werden, so dass der Gentransfer nicht nachhaltig wirksam ist. Nicht viraler Gentransfer, bei dem sogenannte Plasmide in den Zellkern eingebracht werden sollen, ist bisweilen sehr ineffizient. Um die Effizienz zu verbessern wurden eine Reihe physikalischer und chemischer Methoden entwickelt. Diese beinhalten unter anderem die Verwendung von leichten Stromstößen (Elektroporation), die Verwendung hohen Drücken (hydrodynamische Transfektion), oder das Binden von Plasmiden an kationische Lipide oder Polymere. Auch wenn die zuletzt genannten Methoden geringere Nebenwirkungen und Gefahren beinhalten sind sie im Bereich der somatischen Gentherapie jedoch noch nicht von Relevanz.
Moralische Fragen beziehen sich auf das Verhalten, auf Regeln, Grundsätze, Tugenden etc. (vgl. Ethos des Sports) von Individuen, Gruppen oder Kulturen (vgl. lat. mos/mores: Sitte/ Sitten). Moralische Bewertungen gehören zum Bereich der normativen Ethik. Gesucht werden hier Maßstäbe oder Ziele, die sich am moralisch Guten beziehungsweise Richtigen orientieren. Grob unterschieden werden in diesem Zusammenhang deontologische sowie utilitaristische Ansätze, die sich an allgemeinen Geltungsvoraussetzungen („Prinzipien“; „Werte“) oder Handlungsfolgen („das größte Glück der größten Zahl“) orientieren. Im Wettkampfsport konkurrieren das Prinzip der Chancengleichheit und Überbietung miteinander, das heißt der einzelne Athlet ist aufgefordert, seine Gewinnabsichten zu verfolgen und dabei dem sportlichen Gegner das gleiche Recht einzuräumen. Der Einsatz von Gendoping führt zu einer Täuschung beziehungsweise Übervorteilung des sportlichen Gegners, das heißt das Prinzip der Chancengleichheit wird verletzt. Die Freigabe von Gendoping würde die Chancengleichheit zwar wieder herstellen, allerdings mit der Folge, dass die eigenen Überbietungsinteressen fortan an Dopingpraktiken gebunden wären.
Das Protein Myostatin (MSTN) wird hauptsächlich von Skeletmuskelzellen gebildet und im Blut transportiert. Dieses Hormon wirkt als Negativregulator der Skeletmuskelwachstums, indem es sowohl die Anzahl gebildeter Muskelfasern als auch die Größe bestehender Muskelfasern reguliert. Funktionsschädigungen dieses Proteins, z.B. durch Mutationen im MSTN-Gen, führen zu erheblichem Muskelzuwachs durch Bildung neuer Muskelfasern (Hyperplasie) und Vergrößerung bestehender Muskelfasern (Hypertrophie). Daher sind Methoden zur MSTN Inaktivierung (MSTN knockout), die in gentherapeutischen Tierversuchen bereits gelungen sind, besonders.in kraftbetonten Sportarten von hoher Relevanz.
Die gerichtsfeste Nachweisbarkeit bezeichnet die Darlegung der Eigenheiten eines Sachverhalts oder der Richtigkeit einer Behauptung bzw. Vermutung. Gendoping gerichtsfest nachzuweisen, ist sehr schwierig. Durch direkte Nachweisverfahren sind die fremden Genabschnitte in Blut- oder Urinproben nicht immer aufzuspüren. Dafür müsste eine genetische Untersuchung der Muskelzellen durchgeführt werden, der die Entnahme von Muskelgewebe vorgeschaltet ist. Dies würde aber einen tiefen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 des Grundgesetzes) des Athleten bedeuten. Eine Alternative stellen indirekte Nachweisverfahren (Genexpressionsprofil, Blutpass) dar. Mit Hilfe dieser Verfahren kann jedoch lediglich festgestellt werden, dass manipuliert wurde, nicht wie (welche Substanz, welche Methode) manipuliert wurde.
Als Nachweisverfahren werden im Dopingkontrollsystem alle gültigen Tests bzw. Verfahren bezeichnet, die Manipulationen durch verbotene Substanzen und Methoden (siehe WADA-Verbotsliste) nachweisen können. Dabei wird zwischen direkten Nachweisverfahren und indirekten Nachweisverfahren unterschieden. Direkte Nachweisverfahren detektieren unmittelbar die verbotene Substanz in der Blut- oder Urinprobe. Indirekte Verfahren hingegen basieren auf dem Nachweis einer Manipulation durch die Feststellung von Abweichungen verschiedenster Moleküle (z.B. Proteine, DNA, RNA) vom normalen physiologischen Zustand. Eine Aussage über die Substanz oder Methode kann nicht getroffen werden. Daher werden indirekte Nachweisverfahren auch als Screening- Systeme oder Biomonitoring bezeichnet. Ein Beispiel für ein Screening-System wäre ein Blutpass für Athleten, in dem alle als relevant erachteten und gemessenen Blutparameter eingetragen sind und so Veränderungen über längere Zeiträume festgestellt werden sollen. Für den Nachweis von Gendoping kommen grundsätzlich beide Verfahrenstypen in Betracht. Die Entwicklung dieser Verfahren steckt noch in den Anfängen. Für einen direkten Nachweis wäre es beispielsweise notwendig, die eingebrachten genetischen Elemente selbst oder die zum Einschleusen des Genmaterials genutzten Vektoren zu erkennen. Dies ist theoretisch möglich, in der praktischen Umsetzung aber mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Schwierigkeiten ergeben sich nicht nur auf der molekularbiologischen Ebene der missbrauchten gentherapeutischen Techniken selbst (z.B. Unterscheidung von Vektoren), sondern auch angesichts der Vielzahl und Komplexität der möglichen Ansatzpunkte einer gentechnologischen Manipulation im Bereich der Genmodulation. Daher konzentrieren sich bereits jetzt die meisten Forschungsvorhaben auf die Entwicklung indirekter Verfahren. Hierbei ist allerdings auch die Klärung von Fragen nach relevanten Messgrößen und Zeitabständen zu berücksichtigen.
= Nationaler Anti-Doping-Code. Er ist als das Anti-Doping-Regelwerk der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) das wichtigste sportartenübergreifende nationale Regelwerk im Bereich des Dopings. Der NADA-Code beinhaltet u.a. eine Definition des Begriffs Doping, legt fest, welche Verhaltensweisen Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellen, enthält Vorschriften über das Kontroll- und Analyseverfahren und regelt die Sanktionierung von Verstößen. Seit 2003 wird auch Gendoping als verbotene Methode im NADA-Code aufgeführt.
Unter Natürlichkeit werden eine Vielzahl von Zuständen und Dingen zusammengefasst, die wir als Gegeben voraussetzen, die ohne technische Hilfsmittel oder menschliches Zutun entstanden sind. Natürlichkeit ist etwas, das nicht vom Menschen beeinflusst wurde. Eine solche Definition von Natürlichkeit bedeutet aber, dass im Alltag und gerade im Spitzensport überhaupt nichts natürlich ist. Krafttraining, Skispringen oder Mountainbiken sind Tätigkeiten, die wir Menschen erst erfunden haben und die nicht natürlich sind. Auch Laufen ist streng genommen nicht natürlich, wenn man dafür gedämpfte Turnschuhe oder Spikes verwendet. Wenn wir dennoch von natürlichem Training oder der Natürlichkeit des Sports sprechen, so ist damit gemeint, dass man den menschlichen Körper und seine Grenzen ernst nimmt und auf umfangreiche technische oder medizinischen Hilfsmittel verzichtet. Manipulationen in Form von gentechnologischem Enhancement sind neben anderen invasiven Beeinflussungen unnatürlich. Wo genau Natürlichkeit aufhört und Künstlichkeit beginnt, ist immer auch ein gesellschaftlicher Aushandlungsprozess.
Nutzen (lat. utilis: nützlich) ist ein Grundbegriff der Ökonomie und der utilitaristischen Ethik, der sich auf Vorteile, Wohl und Glück eines oder mehrerer Individuen bezieht. Der Nutzenbegriff kann grundsätzlich zur Erklärung ökonomischer Entscheidungen (Ökonomie) oder als Bewertung moralischer Entscheidungen (Utilitarismus) herangezogen werden. In der Ökonomie ist demnach eine Handlung nützlich, wenn sie (meist monetär/materiell) den größten Vorteil erbringt. Die Konzeption des Utilitarismus erachtet hingegen ethische Entscheidung dann als moralisch gut, wenn erwünschte Ziele durch entsprechende Handlungen maximiert werden können. Übertragen auf den Bereich des Sports, kann so z.B. das ökonomische Interesse von Sportlern, Trainern, Sponsoren etc. erklären, warum im Wettkampf Gendoping praktiziert wird (sportlicher Erfolg als finanzieller Nutzen/Vorteil). Ist es hingegen das Ziel einen Sport möglichst publikumswirksam zu inszenieren, so kann der Einsatz von Gendoping im Sinne der Steigerungslogik (höher, schneller, weiter) dieses Ziel maximieren und dadurch einen Nutzen darstellen.
Im Kampf gegen den Dopingmissbrauch im Sport sind zwei Strategien dominant: Neben der Intensivierung und Ausweitung von Kontrollen und Sanktionen, setzen pädagogisch-aufklärerische Präventionsmaßnahmen auf das Einsichtsvermögen der beteiligten Akteure. Präventionsinitiativen und –programme wie „Sport ohne Doping“ (Deutsche Sportjugend/Heidelberger Zentrum für Dopingprävention) oder „High-Five – gemeinsam gegen Doping“ (NADA) zielen darauf ab, durch Bereitstellung von Informationsmaterialien und Broschüren positiv-vorbeugende Effekte gegen den Dopingmissbrauch zu erzielen. Vonseiten der (Sport-)Wissenschaft wurden die Erfolgsaussichten derartiger Präventionsmaßnahmen in jüngerer Zeit differenziert und kritisch beleuchtet.
Das Publikum (von lat. publicus: öffentlich) umfasst vor allem Zuschauer und Zuhörer verschiedenster Veranstaltungen. Man kann es besonders durch die für jedermann existierende Zugänglichkeit, keine Anwesenheitspflicht und direkte oder indirekte Einwirkungsmöglichkeiten auf das Geschehen charakterisieren. Zuschauer vor Ort und Medienpublikum können dabei unterschieden werden. Letzteres kann indirekt an bestimmten Inszenierungsformen, z.B. des Sports, Anteil nehmen. Im Unterschied dazu können die Zuschauer vor Ort direkt auf Ereignisse Einfluss ausüben, z.B. durch Anfeuerungsrufe, Klatschen, Drohungen. Dieses Verhalten des Einzelnen lässt sich immer auch unter moralischen Kategorien beurteilen (-> Moral) und reicht von positiven bis zu eher negativen Beispielen des Publikumsverhaltens. Leistungssportler befinden sich häufig aufgrund der oben genannten Charakteristika in einem Abhängigkeitsverhältnis von Medienpublikum und direkt anwesendem Publikum. Deswegen besteht die Gefahr, dass Athleten Gendoping nutzen, um Erwartungshaltungen des Publikums im Sinne einer Steigerungslogik des immer „höher, schneller, weiter“ eher gerecht werden zu können.
Als Signaltransduktion werden Prozesse der Signalübertragung von Zellen bezeichnet. Die Signalübertragung wird durch Reize außerhalb oder innerhalb einer Zelle ausgelöst, z.B. durch Hormone. Die Transkription von Genen wird durch Prozesse der Signaltransduktion reguliert.
Spitzensport ist ein Teilbereich der modernen Gesellschaft, der Leistungssteigerung innerhalb einer rigiden Rekord- und Wettbewerbslogik zur höchsten internen Norm erhebt und dabei legitime von illegitimen (Doping) Formen der Leistungssteigerung unterscheidet. Als Leistungsträger im Spitzensport stehen Athleten vor der Herausforderung, dessen Regeln und Verbote befolgen und gleichzeitig eigenen, institutionellen, medialen, politischen und ökonomischen Leistungsansprüchen gerecht werden zu müssen. Eine Möglichkeit zur Bewältigung konkurrierender Erwartungen stellt das Doping dar, welches sich als Sonderform abweichenden Verhaltens (siehe Devianz) im Spitzensport strukturell etabliert hat. Eine künftige Bewältigung durch Gendoping, die Verfügbarkeit entsprechender Verfahren und Substanzen vorausgesetzt, erscheint keineswegs unwahrscheinlich.
Die Sportgerichtsbarkeit (= die Existenz von sogenannten Sportgerichten) hat sich entwickelt, weil sich nationale und internationale Sportverbände grundsätzlich bemühen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit der sportlichen Betätigung von staatlichen Gerichten fernzuhalten. Gründe für die Etablierung sind, dass Verfahren vor den Sportgerichten kostengünstiger sind als Verfahren vor staatlichen Gerichten und dass ihre Verfahrensdauer verkürzt ist, da sie regelmäßig nicht so überlastet sind wie die staatlichen Gerichte. Zudem kann der Streit auf dem Gebiet des Sports durch (Sport-)Fachleute entschieden werden. Ein Gendopingverfahren wird dementsprechend vor einem Sportgericht verhandelt werden.
Steigerung stellt eine zentrale Idee der modernen Gesellschaft dar. Beispielweise ist Wirtschaft auf Gewinn- oder Wissenschaft auf Erkenntnismaximierung ausgerichtet. Im Spitzensport hat Steigerung zwei Seiten: Maximierung und Optimierung. Maximierung zielt auf quantitative Steigerungsformen ab. Optimierung impliziert zusätzlich eine unterschwellige moralische Dimension. Steigerung im Spitzensport versteht sich somit als quantitativ-maximale und moralisch-optimale Leistung. Das moderne olympische Motto ("höher, schneller, weiter") und die Rekordlogik des Spitzensports bringen das Steigerungsprinzip zum Ausdruck. Leistungssteigerung kann dabei einerseits auf legitimem Weg (z.B. durch Trainingssteuerung, Ernährung, Material etc.) und andererseits auf illegitimem Weg (Doping) versucht und erreicht werden.
Technikfolgenabschätzung reagiert auf die zunehmende Technologisierung und die damit einhergehende Technologieabhängigkeit der modernen Gesellschaft. Auf der Basis aktuell verfügbaren Wissens geht es um Prognose und Abwägung intendierter und nicht-intendierter (Rück- und Neben-) Wirkungen technologischer Innovation. Technikfolgenabschätzung begegnet insofern dem Problem einer stets ungewissen Zukunft. Mit Blick auf die Möglichkeit eines gentechnologischen Enhancements im Spitzensport gerät so u.a. die Frage nach der gesundheitlichen Gefährdung der Sportler, nach dem Wandel der Wertebasis sportlicher Wettkämpfe (siehe Ethos des Sports) sowie der ethischen, rechtlichen und anthropologischen Tiefenstruktur der modernen Gesellschaft insgesamt in den Blick.
Im Zuge der Ausdifferenzierung moderner Gesellschaften gewinnen Technologien zunehmend an Bedeutung. Der Technologie wird meist die Fähigkeit zugeschrieben, komplexe Prozesse auf einfache und berechenbare Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu reduzieren. Merkmale von Technologie sind vor allem Effizienz, Planbarkeit, Steuerung und Kontrolle. In der Medizin z.B. nehmen Neurotechnologien Einfluss auf die Steuerungsmechanismen kognitiver und emotionaler Fähigkeiten. Gentechnologisches Enhancement im Sport lässt sich folglich begreifen als Fortführung technologischer Innovationen der Moderne. Ursprünglich vor allem zu therapeutischen Zwecken (Gentherapie) entwickelt, stellt Gendoping dem Spitzensport die Verfügbarkeit einer Art „Knopfdrucktechnologie“ in Aussicht, welche die natürlichen Grenzen körperlicher oder mentaler Leistungsfähigkeit zu verschieben verspricht. Wie jede neue Technologie wirft auch das gentechnologische Enhancement Fragen möglicher Risiken und Folgewirkungen auf (siehe Technikfolgenabschätzung).
Transkription ist ein wesentlicher Teilprozess der Genexpression und bezeichnet den Vorgang, durch den DNA in RNA umgeschrieben wird.
Translation ist ein wesentlicher Teilprozess der Genexpression und bezeichnet den Vorgang bei der Protein-Biosynthese, durch den die Information der mRNA in eine Abfolge von Aminosäuren übersetzt wird.
Individuelle Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit sowie die kritische Beteiligung an gesellschaftlichen Debatten setzen Urteilskompetenz voraus. Es gilt, angeeignetes Wissen, subjektive und konkurrierende Wertsetzungen reflektiert und fundiert gegeneinander abzuwägen, um auf Grundlage dieses Bewertungsprozesses über einen Zustand, eine Situation, einen Konflikt oder ein Problem differenziert und verantwortlich urteilen zu können – und dies auch in Situationen potenziellen gesellschaftlichen, medialen oder Machtverhältnissen geschuldeten Drucks. Als persönliche und aus Teilfähigkeiten zusammengesetzte Kompetenz lässt sich Urteilsfähigkeit nur individuell, allerdings stets innerhalb eines sozialen Bezugsrahmens entwickeln und fördern. Die Entwicklung moralischer Urteils- und Handlungsfähigkeit wird beispielsweise als wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung eines reflektierten Technologieverständnisses gesehen. Urteilsfähigkeit, verstanden als generalisierbare Fähigkeit, ermöglicht im Ausgang von spezifischen Themengebieten den Transfer auf beliebige andere Bereiche. Auch wenn eine hoch ausgeprägte Urteilskompetenz keineswegs automatisch zu reiferem moralischen Handeln führt, ist sie dennoch dessen notwendige Bedingung: Je höher die Ausprägung der Urteilskompetenz, desto stärker die Wahrscheinlichkeit einer Verknüpfung von moralischem Urteil und moralischer Handlung. Urteilskompetenz lässt sich insbesondere durch die diskursive Auseinandersetzung mit einer Thematik entwickeln.
Der Begriff Fairness, auch Fair Play genannt, leitet sich vom englischen Wort “fair” ab, was mit „ordentlich”, „gerecht“ oder „anständig” übersetzt werden kann. Im Sport bedeutet Fairness, sich an die Regeln des Spiels zu halten und keine unerlaubten Hilfsmittel, zum Beispiel Dopingmittel, zu verwenden. Zur Fairness gehört aber mehr als das bloße Einhalten von Regeln. Fair ist es, den sportlichen Gegner als gleichberechtigten Partner zu achten, ihm beispielsweise bei einem Materialdefekt oder einer Verletzung zu helfen und dies nicht als Vorteil auszunutzen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheit als „einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens“. Gesundheit ist also weit mehr als die Abwesenheit von Krankheiten. Es gehören dazu neben körperlichen und geistigen Faktoren auch intakte Familienverhältnisse und soziale Beziehungen, eine ausreichende finanzielle Absicherung und ein erfüllendes Berufsleben. Die Grenze zwischen Gesundheit und Krankheit ist fließend und es hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, was wir als noch gesund oder als krank bezeichnen. Gentechnologisches Enhancement gefährdet die Gesundheit gleich in mehrfacher Hinsicht. Gendoping kann den Köper dauerhaft schädigen aber die Psyche belasten, psychische Störungen hervorrufen und zu sozialer Isolation führen.
Künstlichkeit bezeichnet einen Zustand oder eine Sache, die in der Natur nicht vorkommt und erst vom Menschen hergestellt, zusammengebaut oder manipuliert wird. Künstlichkeit bedeutet aktiv in einen natürlichen Prozess einzugreifen und ihn zu verändern. Dinge, die künstlich sind, können uns aber auch als normal und natürlich vorkommen, nämlich dann, wenn wir uns über lange Zeit an sie gewöhnt haben. Bei gentechnologisches Enhancement werden auf molekularer Ebene natürliche Prozesse künstlich verändert. Diese Verfahren sind noch sehr neu, so dass die Künstlichkeit besonders auffällt. Sollte die Gentherapie in 100 Jahren zu einem Standardverfahren geworden sein, wäre wir uns der Künstlichkeit vielleicht gar nicht mehr bewusst.
Ein Vektor, auch Genfähre genannt, ist ein biologisches Hilfsmittel aus der Gentherapie, um ein Genelement in eine Zelle zu transportieren. Vektoren lassen sich in virale und nicht-virale Vektoren unterteilen. Virale Vektoren machen sich den biologischen Einschleusungsmechanismus von Viren in Zellen zu Nutze. Der Einsatz von Vektoren beeinflusst den Erfolg und das Risiko einer Gentherapie in besonderem Maße: ein Gentransfer unter Zuhilfenahme eines Vektors erhöht die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Einbaus in den Organismus, zugleich kann es beim Einsatz von Viren aber auch zu lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kommen, wie z.B. einer Immunreaktion. Ein Gentransfer zu Gendopingzwecken wird dementsprechend von Vektoren als Transportmittel in den Organismus Gebrauch machen.
Der Begriff Verantwortung entstammt dem Rechtssystem und bedeutet in seiner ursprünglichen Fassung, dass sich ein Angeklagter vor Gericht zu verteidigen habe. Eine weitere Fassung des Begriffs im moralischen Sinne (vgl. Moral) umfasst die Übernahme von Verantwortung nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere Individuen, Gruppen, Kulturen, Generationen etc. Unterschieden werden in diesem Zusammenhang der Verantwortungsträger (Subjekt der Verantwortung), der Verantwortungsbereich (z.B. Sport, Wissenschaft, Ökonomie etc.) sowie die Verantwortungsinstanz (z.B. Gewissen, Urteilsvermögen, Gesetze etc.). Im Wettkampfsport übernehmen die Teilnehmenden Verantwortung für sich selbst (z.B. Leistung, Gesundheit), für den Verantwortungsbereich des Sports (z.B. sportliche Gegner, Regeln) und für die jeweilige Begründung ihres Tuns (z.B. Freude, Auseinandersetzung, Bestätigung). Beim Gendoping verschieben sich die Relationen in dem Sinne, dass Verantwortung an Dritte (Mediziner, Trainer, Funktionäre) abgegeben wird, mit der Folge, dass die Selbstverantwortung beziehungsweise Verantwortungsübernahme an Bedeutung verliert.
Die Vereins- oder Verbandsautonomie (die nach Artikel 9 Absatz 1 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich geschützt ist) bezeichnet das Recht der Vereine und Verbände – auch der Sportvereine und -verbände – zur selbstständigen Regelung ihrer inneren Angelegenheiten. Sie umfasst inhaltlich sowohl das Recht zur eigenen Rechtsetzung und Regelfestsetzung, als auch das Recht zur Selbstverwaltung. D.h. aufgrund der Verbandsautonomie sind die Sportvereine und Sportverbände befugt, den WADA- bzw. NADA-Code als Anti-Doping-Regelwerk anzuerkennen und ihn in ihre Verbandsstatuten aufzunehmen, so dass er für die Mitglieder des Vereins oder Verbands verbindlich ist.
Die Verbotsliste ist die Liste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), in der die verbotenen Dopingmethoden und Wirkstoffe in Substanz- und Methodenklassen aufgeführt sind. Diese Liste wird als „prohibited list“, also als „Verbotene Liste“ geführt und jährlich aktualisiert. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) übersetzt diese Liste nach jeder aktualisierten Veröffentlichung ins Deutsche. Es ist immer nur die neueste Version gültig. Unter Punkt „M3“ der Verbotsliste ist auch Gendoping als verbotene Methode aufgeführt. Dort heißt es: „Die folgenden Methoden zur möglichen Steigerung der sportlichen Leistung sind verboten: 1. Die Übertragung von Nukleinsäuren oder Nukleinsäuresequenzen; 2. die Anwendung normaler oder genetisch veränderter Zellen.“
= Welt-Anti-Doping-Code. Er ist als das Anti-Doping-Regelwerk der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) das wichtigste sportartenübergreifende internationale Regelwerk im Bereich des Dopings. Der WADA-Code beinhaltet u.a. eine Definition des Begriffs Doping, legt fest, welche Verhaltensweisen Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen darstellen, enthält Vorschriften über das Kontroll- und Analyseverfahren und regelt die Sanktionierung von Verstößen. Seit 2003 wird auch Gendoping als verbotene Methode im WADA-Code aufgeführt.